Willkommen

Willkommen bei der Evangelischen Kirchengemeinde Drabenderhöhe.

Termine am 29. Oktober 2020

Do, 29.Okt 2020, 19:30 Uhr bis 22:30 Uhr (Ev. Kirche Gemeindehaus Drabenderhöhe)Veranstaltung
Frauenabendbuffet entfällt

Neuigkeiten

24.08.2020

Predigt von Andrea Ruland gehalten zu ihrer Ordination am 23.8.2020

in der Ev. Kirche zu Drabenderhöhe

Von Hilmar Kranenberg im Bereich Kirche.

www.evkidra.de/bilder/galerie/ordination-andrea-ruland-2020-08-23Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

Liebe Gemeinde, wenn ein so wichtiger Tag im Leben ansteht, wie es der heutige 11. Sonntag nach Trinitatis, für mich ist – dann macht man sich durchaus schon einige Zeit vorher so seine Gedanken welchen Inhalt wohl DIE Predigt haben könnte – oder wie es bei uns in der Prädikantenausbildung so schön hieß „DIE Predigt des Lebens“ haben wird. Möglichkeiten gibt es da ja ziemlich viele. Man hat die Qual der Wahl – schließlich gibt es zahlreiche Bibelstellen, die zum heutigen Tag gut passen würden, die mich in den vergangenen Jahren geprägt haben oder meine eigenen Gedanken zur Ordination spiegeln. In der Vorbereitung für den heutigen Gottesdienst habe ich viel über meinen Weg in den letzten 12 Jahren und die Menschen, die diesen mit mir gegangen sind nachgedacht. Und ja, ich bin in meinen Gedanken auch fündig geworden. Ich durfte viele beeindruckende Menschen in meiner Zeit hier in Drabenderhöhe kennenlernen, habe Freunde fürs Leben gewonnen und kann dankbar auf tausende Situationen – gute wie auch eher traurige - zurückblicken, die mich geprägt haben und heute hier so stehen lassen wie ich nun mal bin. Zum Höhepunkt der Prädikantenausbildung, im abschließenden Kolloquium stellte Herr Oberkirchenrat Schwab die Frage, mit welchem Bild wir unsere Tätigkeit in unseren Gemeinden beschreiben würden. Meine lieben Mitstudierenden hatten tolle und äußerst kreative Antworten parat, fast so als wären sie alle perfekt auf genau diese Frage vorbereitet gewesen. Bilder von voll gepackten Rucksäcken mit sämtlichen Inhalt, bunten Mosaiken, eng gespannten Netzen, Taschenlampen die das Dunkel in der Welt erhellen, Puzzleteilen die perfekt ineinander greifen, wurden zum Beispiel benannt und brachten auch mich zum Staunen. So saß ich dann da in Überdorf im Kölner Zimmer des Haus Wiesengrund, mal wieder ziemlich hoch schwanger in einer Prüfungssituation und etwas ratlos – schließlich hatten alle anderen gut vorgelegt und Herrn Schwab schon ziemlich von sich überzeugt. Meine Antwort lautete: „Mein Dienst in der Gemeinde gleicht einer Packung Buntstifte!“ Liebe Gemeinde, ich war wenn ich mich richtig erinnere ziemlich überrascht von meiner Antwort – je länger ich aber über diese Worte nachdenke, desto mehr weiß ich das diese Antwort kein Zufall oder gar nur nett daher gesagte Worte gewesen sind. In einer Packung Buntstifte sind nämlich viele Farben vertreten und wenn ich all diese Farben auf unsere Gemeinde und das gemeinsam Leben hier beziehe, brauchen wir tatsächlich jede einzelne davon ganz dringend. Das Blau ist wie das Wasser und gelichzeitig wie der Himmel. Als Zeichen und als Erinnerung an unsere Taufe bildet das Blau den Grundstein für unser christliches Denken und Handeln in unserer Gemeinde. Das Blau steht für die Tiefe unseres Glaubens. Das Gelb steht für die Sonne und die Helligkeit. Gäbe es die Freude in unserem Leben nicht, kein Lachen, kein Humor, keine gemeinsamen Erfolge und keine Gemeinschaft dann würden wir als Gemeinde einfrieren und das Wort Gottes würde einfach so an uns abprallen. Es könnte niemals in uns eindringen, wenn wir nicht all das Schöne und all die Menschen hätten, die unsere Gemeinde ausmachen. Da aber auch bei uns bei Weitem nicht immer alles glatt läuft oder „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist und wir nicht nur auf der Insel der Glückseligkeit verweilen, brauchen wir auch dringend das Violett. Es steht für das Verzeihen, für das aufeinander zugehen und für den Neuanfang. Für den Neuanfang den wir als Christen immer wieder wagen dürfen, weil Gott uns begleitet. Von ihm bekommen wir die nötige Stärke und den Mut uns die Hände zu reichen, auch dann wenn wir es schwer miteinander haben. Durch unseren barmherzigen Vater wissen wir erst, was Vergebung bedeutet und wie wichtig Neuanfänge in unserem Leben sind. Ebenso brauchen wir aber auch die dunklen Farben. Das Schwarz verbinden wir oft mit Trauer und schmerzvollen Erlebnissen. Wir verbinden Schwarz oft mit Angst und Bedrohungen in unserem Leben. Auch das alles gehört zu uns Menschen. Ohne das Schwarz würde es keinen Kontrast in Form von Helligkeit geben können. Umso schöner, dass wir die Hoffnung im Grün finden. Die Farbe des Lebens schenkt uns die Zuversicht und den Glauben an die Auferstehung – an das neue Leben. Nun kommen wir zur wichtigsten Farbe – ohne die Bedeutung dieser Farbe könnten wir Menschen nicht existieren – ohne das Rot und die damit untrennbare Liebe könnten wir Menschen uns nicht begegnen, gemeinsam Dinge erreichen, Gemeinschaft und Gemeinde leben und wir könnten ebenso nicht am Reich Gottes bauen oder gar seine wundervolle Schöpfung bewahren. Das Rot ist für mich in seiner Bedeutung so sehr komplex wie auch lebensnotwendig, dass ich aus purer Überzeugung als Predigttext die folgenden Worte von Paulus an die Gemeinde in Korinth verwenden möchte: „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.“ Die Worte die wir vor allem durch so schöne Ereignisse wie Hochzeiten oder Taufen kennen, sind für mich der Grundstein für meinen Dienst hier in Drabenderhöhe und auch zumindest im Geiste für mein Leben. Ich gebe zu, dass mir das sicher nicht immer gelingt „nur in Liebe“ zu handeln. Auch dann nicht, wenn ich es mir felsenfest vornehme. Das ist menschlich und ich hoffe liebe Gemeinde, ihr kennt dieses Gefühl von dem ich da spreche. „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.“ Eine klare Aufforderung des Apostel Paulus am Schluss seines ersten Briefes an die Gemeinde in Korinth. Man könnte diese Worte auch einfach nur als netten Ratschlag auffassen – ich glaube aber Paulus fordert da ganz klar auf – schließlich ist die Liebe schon immer ein besonders wichtiger Wert des Christentums gewesen. Die Gemeinde in Korinth soll ihr Leben gemeinsam gestalten und den Weg gemeinsam beschreiten. Eben genau die Gemeinde, die von schweren Missständen geläutert ist und dringend die Unterstützung von außen benötigt. Wie gut, dass sich Paulus diesen Menschen in ihrer Notlage annimmt und diese Christen durch seine Worte stärkt. Er ermahnt und tadelt das Verhalten der Menschen – macht ihnen aber gleichzeitig unglaublichen Mut, in einer fast aussichtlosen Situation geprägt von Angst, Hass und Missgunst: „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.“ Das gesamte Leben von Christen soll von der Liebe bestimmt sein. Es geht hier nicht um eine Gabe aus Gnaden von Paulus an die Korinther, sondern um das bekräftigen der Basis allen menschlichen Handelns: alles was in Beziehungen, in Begegnungen von Menschen passiert – ob es gute Dinge oder schwierige Erlebnisse sind, ob wir dabei glücklich, traurig oder wütend sind, obgleich uns Dinge leicht oder schwer fallen, wir an unsere Grenzen stoßen, Dinge in Frage stellen oder aus Überzeugung für etwas eintreten: Alle diese Dinge sollen in der Liebe geschehen. Wir alle sind gefragt, liebe Gemeinde und das nicht nur heute, sondern an jedem einzelnen Tag unseres Lebens. Die Aufforderung Paulus´ gilt uns allen auch heute im Hier und Jetzt. An uns alleine liegt es wie unsere Beziehungen sich entwickeln, wie wir den Dingen gegenüber stehen wollen. An uns alleine liegt es, ob wir uns freuen möchten, die Dinge gelassen sehen oder ob wir uns einfach mal wieder ziemlich über etwas ärgern. Wir haben alle einen großen Spielraum, liebe Gemeinde: Wir können unser von Gott geschenktes Leben selber gestalten – mit unserem Handeln, unseren Gedanken, unseren Worten und unseren Gefühlen. Wer sagt denn, dass man nicht in Liebe streiten kann? Wer schreibt uns vor, dass neue Wege, Umbrüche und Veränderungen nicht auch durch Liebe möglich sind? Wer behauptet denn, dass man nicht auch Fehler als Mensch machen darf und dabei trotzdem gleichzeitig lieben kann? Schließlich ist die Liebe der Ursprung und das Ziel unseres Lebens. Der Apostel Paulus kann uns da ein gutes Vorbild sein von dem wir aufjedenfall eines mitnehmen können: wir können in und aus der Liebe heraus ermahnen, somit Verantwortung für unsere Familien, Freunde und Wegbegleiter zeigen und immer wieder zur Umkehr in Liebe aufrufen. Wir alle haben es selber in der Hand, auch wenn die Liebe uns von Gott gegeben wird. „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.“ So wird die Liebe für uns alle zur Berufung für unser gesamtes Sein auf Gottes Erde. Die Liebe ist das Schönste was wir einander geben können: in dieser Gemeinde, in unserem Zuhause, auf unserer Arbeit. „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.“ Wir Christen haben nicht nur den Auftrag in Liebe zu handeln, sondern ebenso sollten wir öfter darüber nachdenken, dass wir selber unermesslich geliebt werden und das eben nicht nur von unseren Partnern, Kindern, Familien und Freunden. Wann habt ihr Euch, liebe Gemeinde, das letzte Mal so richtig bewusst gemacht, dass ihr geliebt werdet? Wann habt ihr Euch, das letzte Mal so richtig geliebt gefühlt? Nur wenn uns dies bewusst ist, können wir die notwendige Kraft und den unerschütterlichen Mut aufbringen, unsere eigene Liebe in diese Welt hinein zu geben. Denn das ist mit Sicherheit nicht immer nur einfach. Ich bin froh und dankbar, dass ich durch die Liebe Gottes heute an diesem Punkt in meinem Leben angekommen bin und ja, dass ich heute hier sein darf. Der liebe Gott meint es gut mit mir – dessen bin ich mir bewusst. Ohne die Liebe Gottes hätte ich vermutlich nie diesen beruflichen Weg eingeschlagen und ich hätte vermutlich nicht alle diese wunderbaren Menschen kennen lernen dürfen, die mich begleiten und ein wichtiger Teil meines Lebens sind. Ich bin dankbar, dass sie alle diese Gemeinde mit mir gemeinsam bunt machen und in fröhliche Farben tauchen: diejenigen, die mir in den letzten 12 Jahren ihr Vertrauen geschenkt und mir viel zugetraut haben; diejenigen, die mich fordern aber vor allem fördern; diejenigen, auf die ich mich immer blind verlassen kann und die mich begleiten; diejenigen, bei denen ich echte Heimat und wahre Liebe finden darf – allen voran meine Familie; mein väterlicher Freund und allzeit verlässlicher Ratgeber, meine lieben Kollegen, unser wunderbares Kindergartenteam und last but not least unsere Jugendarbeit - die Zukunft unserer Gemeinde. Es fällt mir schwer, die Worte zu finden die passend beschreiben, was mir diese Menschen bedeuten und welchen Anteil sie daran tragen, dass ich heute hier so stehe. Vielleicht ist es auch einfach: die LIEBE! Die Menschen, die mir viel über die Liebe beigebracht haben und durch ihr DA-SEIN beweisen, dass man tatsächlich das erntet was man sät. Es braucht einfach viele Menschen um in Liebe, Stärke, in Geduld und mit Mut eine Gemeinde im Sinne Gottes und in der Nachfolge Christi leben zu lassen. Es braucht uns alle – jeden von uns mit seinen bunten Farben dafür! „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“ Ich wünsche uns allen, dass wir nicht nur uns gegenseitig sondern allen Menschen denen wir begegnen mit Liebe entgegen kommen können. Ich wünsche uns, als lebendige Gemeinde, dass wir das Leben in all seinen Farben und Facetten kosten und ausprobieren können. In unserer Packung Buntstifte ist alles drin was wir dafür brauchen: Gelb für die Sonne, Grün für die Hoffnung, Blau für den Himmel und unsere Taufe, Violett für die Neuanfänge und Rot für die Liebe.

Mögen wir alle mit diesen Farben durch unser Leben gehen und es bunt gestalten. Mögen wir alle das Geleit Gottes immer wieder neu erfahren und spüren: Wir alle sind seine geliebten Kinder! So lasst uns in Liebe hinaus gehen in diese Welt und sie Bunt machen, Menschen in unserem christlichen Glauben ein Zuhause finden lassen und dafür sorgen, dass wir als Gemeinde Jesus Christi farbenfroh in die unendliche Weite leuchten können. Ich weiß nicht wie es Euch geht liebe Gemeinde – ich für meinen Teil kann nur aus Überzeugung sagen: Ja, ich bin bereit! Der Friede und die Liebe Gottes, welche höher sind als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Schlagworte: ordination andrea ruland